Neues Antennenfernsehen: Ab April droht schwarzer Bildschirm

Nur noch wenige Wochen, dann wird das digitale Antennenfernsehen DVB-T auf einen neuen technischen Standard umgestellt: DVB-T2 HD liefert dann digitales Fernsehen in HD-Qualität an die Antennen der Zuschauer. Der Haken: Der bisherige Standard wird abgeschaltet, wer seine Empfangstechnik nicht auf den neuesten Stand bringt, hat ab dem 29. März einen schwarzen Bildschirm. Was Eigentümer jetzt wissen müssen.

Nur noch wenige Wochen, dann wird das digitale Antennenfernsehen DVB-T auf einen neuen technischen Standard umgestellt: DVB-T2 HD liefert dann digitales Fernsehen in HD-Qualität an die Antennen der Zuschauer. Der Haken: Der bisherige Standard wird abgeschaltet, wer seine Empfangstechnik nicht auf den neuesten Stand bringt, hat ab dem 29. März einen schwarzen Bildschirm. Was Eigentümer jetzt wissen müssen.

Düsseldorf. Das Rheinland kommt zuerst an die Reihe: In den Ballungsgebieten am Rhein wird schon am 29. März das bisherige digitale Antennenfernsehen DVB-T abgeschaltet. Stattdessen wird das Fernsehen per Antenne dann im neuen Standard DVB-T2 HD ausgestrahlt. „Betroffen sind die Verbreitungsgebiete Köln/Bonn, Düsseldorf/Rhein-Ruhr und Aachen, also praktisch unser gesamtes Verbandsgebiet“, berichtet der Vorsitzende von Haus & Grund Rheinland, Prof. Dr. Peter Rasche.

Der neue TV-Standard nutzt ein spezielles Videokodierungsverfahren. Diese neue Technik komprimiert die Fernsehsignale so, dass HD-Bilder übertragen werden können, ohne mit weniger Programmen auskommen zu müssen. Hintergrund: Bilder in HD-Qualität verursachen viel größere Datenströme als klassische Fernsehbilder. Mit der neuen Technik werden sogar mehr Programme möglich – bis zu 40 sollen es sein. So verspricht die ARD: „Zusätzlich werden bis zu sieben weitere regional unterschiedliche Dritte Programme übertragen.“

Antennenfernsehen in HD: Neue Empfänger nötig

Allerdings können alte Empfangsgeräte den neuen Übertragungsstandard nicht verarbeiten und müssen ausgetauscht werden. Erst seit gut einem Jahr sind Fernseher erhältlich, die einen Empfänger für DVB-T2 HD eingebaut haben. Alle anderen Geräte benötigen ab dem 29. März eine Set-Top-Box, also ein externes Empfangsgerät, das vor den Fernseher geschaltet wird. Wer mehrere Fernseher hat, braucht für jeden Fernseher einen eigenen Receiver. Die Geräte sind für rund 50 Euro erhältlich. In Einzelfällen kann es nötig sein, eine bestehende Antenne neu ausrichten zu lassen. In vielen Gebieten kann DVB-T2 HD auch über Zimmerantennen empfangen werden.

Privatfernsehen über Antenne wird kostenpflichtig

Damit sind aber noch nicht alle Kosten bedacht. Denn: Über die Antenne empfängt man künftig nur noch die öffentlich-rechtlichen Programme kostenlos und unverschlüsselt. Wer weiterhin Privatsender wie RTL oder Pro 7 sehen möchte, muss die verschlüsselt ausgestrahlten Signale mit einer Guthabenkarte entschlüsseln. Dafür werden Empfangsgeräte benötigt, die einen Steckplatz für ein CI+Modul des Betreibers freenetTV besitzen. Das CI+Modul verkauft der Anbieter für 79,99 Euro. Nach einer kostenlosen Testphase von 3 Monaten verlangt freenetTV 69 Euro Gebühr im Jahr. „Angesichts dieses neuen Kostenfaktors macht es Sinn, im Einzelfall durchzurechnen, ob sich nicht der Wechsel zu Kabel- oder Satellitenempfang lohnt“, gibt Erik Uwe Amaya, Verbandsdirektor von Haus & Grund Rheinland, zu bedenken.

Dieser redaktionelle Beitrag wurde von Haus & Grund Rheinland verfasst.

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