Wohnnebenkosten: Wo wohnt man am günstigsten?

Die Nebenkosten machen das Wohnen in Deutschland erst richtig teuer. Für die Höhe der meisten Punkte auf der Rechnung der Wohnnebenkosten ist der Staat verantwortlich. Dabei zeigen sich in Deutschland große regionale Unterschiede. Der Bund der Steuerzahler hat jetzt in einer Studie die deutschen Landeshauptstädte verglichen – und kommt zu teils überraschenden Ergebnissen.

Die Nebenkosten machen das Wohnen in Deutschland erst richtig teuer. Für die Höhe der meisten Punkte auf der Rechnung der Wohnnebenkosten ist der Staat verantwortlich. Dabei zeigen sich in Deutschland große regionale Unterschiede. Der Bund der Steuerzahler hat jetzt in einer Studie die deutschen Landeshauptstädte verglichen – und kommt zu teils überraschenden Ergebnissen.

Berlin/Düsseldorf. Der Staat bleibt der Kostentreiber Nr. 1, wenn es um die Nebenkosten des Wohnens geht. Dabei zeigen sich in Deutschland große regionale Unterschiede. Zu diesem zentralen Ergebnis kommt das Ranking der Wohnnebenkosten, dass der Bund der Steuerzahler (BdSt) diese Woche veröffentlicht hat. Für die Studie hatte der Interessenverband die Wohnnebenkosten in den 14 deutschen Landeshauptstädten und 2 Stadtstaaten ausgewertet.

Werden die jährlichen Wohnnebenkosten insgesamt aufaddiert, ist Berlin nach Angaben der Untersuchung die teuerste Hauptstadt in Deutschland. 2.156,69 € mussten Hauseigentümer dort im Jahr 2016 ausgeben. Überraschung: München ist dagegen was die Wohnnebenkosten angeht die günstigste deutsche Landeshauptstadt. Hier fallen nur 1.643,00 € an. Düsseldorf liegt in der Mitte des Feldes und rangiert mit 1.816,21 € pro Jahr knapp unter dem bundesweiten Durchschnittswert von 1.900,84 €. Die Werte ermittelten die Macher der Studie beispielhaft für einen 3-Personen-Haushalt, der ein zweigeschossiges Einfamilienhaus mit Gasheizung und 15 Metern Frontlinie zu einer innerstädtischen Anliegerstraße bewohnt.

Studie sieht Düsseldorf im Mittelfeld

In die Wohnnebenkosten bezog die Studie nicht alle wirklich anfallenden Kostenpunkte mit ein, sondern griff eine Auswahl heraus: Betrachtung fanden Wasserentgelte und Schmutzwassergebühren, die Gebühren für Niederschlagswasser, Abwasser, Straßenreinigung und Müll. Hinzu kamen die Kosten für Winterdienst, Anwohnerparkausweise, Rundfunkbeitrag und Grundsteuer. Ganz wesentliche Ausgaben wie die Stromkosten oder die Heizung tauchen in der Liste dagegen nicht auf und begrenzen die Aussagekraft der Studie erheblich.

Es zeigt sich, dass bei jedem einzelnen untersuchten Kostenpunkt enorme regionale Unterschiede auftreten. So kommt die insgesamt teuerste Stadt Berlin bei Grundsteuer und den Gebühren für Niederschlagswasser auf die höchsten Kosten, während sie beim Trinkwasser klar die günstigste Stadt in Deutschland ist. Die NRW-Hauptstadt Düsseldorf übernimmt dagegen die Spitzenposition der teuersten Landeshauptstadt, wenn es um die Abfallgebühren geht. Die liegen am Rhein bei 277,92 € und damit mehr als doppelt so hoch wie für einen entsprechenden Musterhaushalt in Magdeburg, der nur 124,80 € hinblättern muss. Dagegen ist Düsseldorf bei der Grundsteuer mit 440 € die am wenigsten teure Hauptstadt in Deutschland.

Deutliche regionale Unterschiede auch im Rheinland

Die Verwendung eines Musterhaushalts, die Beschränkung nur auf die Landeshauptstädte und die Betrachtung nur einiger Kostenpunkte sind allerdings Schwächen der Statistik des BdSt. Auch einen Vergleich mit den Vorjahren hat man nicht angestellt. Detailliertere, aktuelle Zahlen für das Rheinland hat dagegen Haus & Grund Rheinland vorgelegt. Der Wohnkostenbericht 2016 zeigte schon im November, dass es bei den Wohnnebenkosten auch innerhalb einer einzelnen Region sehr deutliche Unterschiede gibt. Bei jedem einzelnen Kostenpunkt waren hohe Schwankungsbreiten zwischen den Kommunen zu beobachten. Die vom Staat zu verantwortenden Kostenpunkte weisen seit Jahren eine deutliche Verteuerung auf.

In der Studie hatte Haus & Grund Rheinland – anders als der Bund der Steuerzahler – alle umlagefähigen Betriebskosten berücksichtigt. Die Untersuchung basiert darüber hinaus nicht auf Berechnungen am Beispiel eines Musterhaushalts, sondern auf einer Befragung der Eigentümer von mehr als 600 Immobilien zu den Wohnnebenkosten, die ihnen oder ihren Mietern real entstanden sind. Die Befragten stammen aus dem ganzen Rheinland mit seinen Großstädten und ländlichen Räumen.

Diese Untersuchung zur Entwicklung der Wohnnebenkosten wiederholt Haus & Grund Rheinland auch in diesem Jahr. Durch die jährliche Erhebung soll die Entwicklung der Nebenkosten über die Jahre hinweg genauer abgebildet werden. Haus- und Wohnungseigentümer aus dem Rheinland können sich bereits jetzt für eine Teilnahme an der Studie registrieren lassen und damit einen wertvollen Beitrag zu der Untersuchung leisten. Weitere Informationen zur Teilnahme gibt es hier.

Dieser redaktionelle Beitrag wurde von Haus & Grund Rheinland verfasst.

zurück zum News-Archiv