Klimaschutz oder Wirtschaftsförderung?

Kommentar von Hauptgeschäftsführer Dr. Kai H. Warnecke, Haus & Grund Deutschland: Energetisches Bauen und Modernisieren ist der Kostentreiber für das Wohnen. Wenn die Investitionen den Klimawandel bremsen, dann werden die gestiegenen Kosten von der Bevölkerung – Mieter, Vermieter wie auch selbstnutzende Eigentümer – sicherlich akzeptiert.

Kommentar von Hauptgeschäftsführer Dr. Kai H. Warnecke, Haus & Grund Deutschland: Energetisches Bauen und Modernisieren ist der Kostentreiber für das Wohnen. Wenn die Investitionen den Klimawandel bremsen, dann werden die gestiegenen Kosten von der Bevölkerung – Mieter, Vermieter wie auch selbstnutzende Eigentümer – sicherlich akzeptiert.

Die Akzeptanz aber schwindet, wenn der Nutzen vieler Maßnahmen zweifelhaft ist. Leider ist dies bei vielen gesetzlichen Vorgaben zum Klimaschutz der Fall.

Ein Beispiel ist die intensive Wärmedämmung. Diese erfordert teure Lüftungsanlagen, um den Luftaustausch zu gewährleisten. Andernfalls droht Schimmelbildung mit den damit einhergehenden Gesundheitsgefahren. Bewohner stark gedämmter Häuser verbrauchen – dies zeigt die Praxis – häufig nur theoretisch weniger Energie. Denn sie haben das Bedürfnis zu lüften. Kein Wunder in einem hermetisch verschlossenen Haus! Dieses menschliche Verlangen aber ignoriert die dämmstoffbegeisterte Bundesregierung und macht Dämmen über die EnEV zur Pflicht.

Auch neue Technologien, die als äußert effizient vermarktet und vom Staat gefördert werden, gehen nicht selten am Menschen vorbei. Viele Heizungsbauer sind mit den neuen Anlagen überfordert. Die Mehrheit der neu installierten Heizungen wird nicht einmal richtig eingestellt, sondern mit den Werkeinstellungen betrieben. Dies ist nicht selten ineffizienter als die alte Heizung. Die Bundesregierung aber fordert nicht den sachgerechten Einbau, sondern unterstützt den Austausch mit einem Energieeffizienzlabel für alte Heizungsanlagen.

Die Nutzer – Eigentümer wie Mieter – schließlich sind häufig nicht darüber informiert, wie die Heiztechnik richtig zu bedienen ist. Kein Wunder, wer kann sich schon eine jahrelange Schulung leisten? Nur der Staat: die Mitarbeiter des Umweltbundesamtes beispielsweise waren mit der modernen Technik ihres Amtes überfordert, so dass die Energieeinsparziele nicht erreicht wurden. Erst mehrjährige Schulungen schafften Abhilfe.

Es wird dringend Zeit, dass die Bundesregierung sich entscheidet, ob sie unter dem Begriff Klimaschutz weiterhin Wirtschaftsförderung auf Kosten der Verbraucher betreibt. Die Bau- und Umweltministerin hat es in der Hand. Es ist höchste Zeit, denn das Vertrauen der Bürger schwindet.

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