Indikatoren zur Nahversorgung

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung veröffentlicht Artikel zum Thema „Indikatoren zur Nahversorgung“. Darüber informiert Haus & Grund Rheinland.

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung veröffentlicht Artikel zum Thema „Indikatoren zur Nahversorgung“. Darüber informiert Haus & Grund Rheinland.

Die Erreichbarkeit von Gütern und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs weist ein starkes Stadt-Land-Gefälle auf. Während in dicht besiedelten Gebieten die Einrichtungen in der Regel gut erreichbar sind, nehmen die Distanzen in dünner besiedelten Gebieten zum Teil stark zu, wie aus einer Analyse des BBSR hervorgeht.

Angesichts des demographischen Wandels kann eine mangelhafte Nahversorgung für weniger mobile Menschen zunehmend problematisch werden. Besonderes Augenmerk gilt Gebieten mit hohem oder ansteigendem Anteil an Ein-Personen-Haushalten und alternder Bevölkerung in Dörfern, aber auch in Siedlungen am Rande der großen Städte.

Zur Verbesserung seiner Informationsgrundlagen im Bereich der Daseinsvorsorge hat das BBSR Erreichbarkeitsindikatoren zur Nahversorgung entwickelt. Diese basieren auf Untersuchungen der fußläufigen Erreichbarkeit von fünf exemplarischen Infrastrukturangeboten des erweiterten täglichen Bedarfs: Supermärkte/Discounter, Grundschulen, Allgemeinärzte und Apotheken sowie Haltestellen für den Öffentlichen Verkehr. Als Schwellenwert für die fußläufige Entfernung  wurde jeweils eine Luftliniendistanz von maximal 1.000 Metern gewählt. Bei kurzen Entfernungen ist die Luftliniendistanz meist mit der realen Wegelänge vergleichbar. Grundlage der Analyse waren Standortdaten kommerzieller und öffentlicher Anbieter.

Die analysierten Angebotsarten sind nur ein Teil der Angebote der Grundversorgung. Gleichwohl lassen sich so Rückschlüsse auf das regionale Niveau der Nahversorgung ziehen. Für die Gesamtschau ist die Anzahl der fünf betrachteten Angebotsarten aufsummiert, die für die Bewohner einer Region innerhalb einer Luftliniendistanz von maximal 1.000 Metern liegen. Ist keines der Angebote potenziell fußläufig erreichbar, beträgt der Wert 0. Werden alle Angebote erreicht, beträgt der Wert 5.

Die Naherreichbarkeit weist ein starkes Stadt-Land-Gefälle auf. In Großstädten sind fußläufig erreichbare Versorgungsmöglichkeiten die Regel, allerdings haben selbst hier nur knapp 80% der Bevölkerung alle fünf Angebotsarten in fußläufiger Entfernung. Je kleiner die Stadt ist und je ländlicher die Region, desto länger werden auch die Wege. Ein Viertel der Einwohner von Landgemeinden hat keines der betrachteten Infrastrukturangebote in einer Entfernung von maximal 1.000m.

Die vorliegenden Indikatoren können einen empirischen Beitrag zur Diskussion um Tragfähigkeit und Mindeststandards in der Daseinsvorsorge liefern. Eine detailliertere Darstellung des Verfahrens und der Ergebnisse wurde in der Reihe BBSR-Analysen KOMPAKT veröffentlicht.

Übersicht Rankingwerte

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