Größeres Baugrundstück als behinderungsbedingter Mehraufwand - Finanzgericht ordnet Mehrkosten den außergewöhnlichen Belastungen zu

Mehrkosten für den behindertengerechten Neubau eines selbstgenutzten Hauses sind steuerlich als außergewöhnliche Belastung abziehbar. Zu diesen Mehrkosten zählen auch die Aufwendungen für den Kauf eines größeren Grundstücks, um einen ebenerdigen, barrierearmen Neubau zu errichten. Auf eine entsprechende Entscheidung des Finanzgerichts Niedersachsen (Urteil vom 17. Januar 2013, Az. 14 K 399/11) macht Haus & Grund Rheinland aufmerksam.

Mehrkosten für den behindertengerechten Neubau eines selbstgenutzten Hauses sind steuerlich als außergewöhnliche Belastung abziehbar. Zu diesen Mehrkosten zählen auch die Aufwendungen für den Kauf eines größeren Grundstücks, um einen ebenerdigen, barrierearmen Neubau zu errichten. Auf eine entsprechende Entscheidung des Finanzgerichts Niedersachsen (Urteil vom 17. Januar 2013, Az. 14 K 399/11) macht Haus & Grund Rheinland aufmerksam.

Folgender Sachverhalt lag der Entscheidung zugrunde: Ein Ehepaar errichtete aufgrund der schweren Erkrankung der Frau einen eingeschossigen Bungalow, der hinsichtlich Ausstattung und Zuschnitt behindertengerecht und barrierearm gestaltet wurde.

In ihrer Steuererklärung machten sie Mehrkosten für den Kauf eines größeren Grundstücks in Höhe von etwa 14.000 Euro geltend. Der Mehraufwand sei aufgrund baurechtlicher Vorschriften behinderungsbedingt gewesen. Dies bestätigte das Finanzgericht.

Die mit der schwerwiegenden Behinderung der Klägerin verbundene Gestaltung des Wohnumfelds umfasse auch die Anschaffung des größeren Grundstücks. Die Klägerin sei krankheitsbedingt auf die pflegerische Unterstützung anderer angewiesen. Hierdurch ergebe sich ein größerer Grundflächenbedarf, z. B. im Sanitärbereich. Ob es gegenüber einer eingeschossigen Bauweise Alternativen gebe, sei unbeachtlich. Auch ein eventuell entstandener Gegenwert müsse nicht in Abzug gebracht werden.

Hinweis: Entscheidungen der Rechtsprechung sind sehr komplex. Eigene juristische Bewertungen ohne fachkundige Kenntnis sind nicht empfehlenswert. Ob dieses Urteil auch auf Ihren Sachverhalt Anwendung findet, kann Ihnen als Mitglied daher nur ein Rechtsberater in einem Haus & Grund – Ortsverein erklären.

zurück zum News-Archiv